Die Stadt Sezimovo Ústí liegt 7 km suedlich von Tábor an dem Zusammemfluss des Flusses Lužnice und des Kozský-Baches. In Sezimovo Ústí hat der zweite tschechoslowakische Praesident Edward Beneš gelebt und er liegt hier auch begraben.
Auf dem Gebiet der Stadt befindet sich Burg Kozí. (Kozí Hrádek). In die Volkshistorie hat sich die Stadt als die Wiege des Hussitentums geschrieben. Die husitischen Einwohner von Sezimovo Ústí wurden zu dem Gruendern der Stadt Tábor. In November 1412 wurde Johanes Hus von der katolischen Kirche geaechtet, er hat Prag verlassen und er musste sich verbergen. Anfang 1413 hat ihn Jan z Ústí eingeladet und er hat ihm Zufluchtsstaette in Kozí Hrádek geboten.
Hus hat in der Burg, in den benachtbarten Staedten und auch in der freien Natur oeffentlich gepraedikt und er hat auf breiten Schichten der einfachen Leute eingewirkt. In Burg Kozí hat Johannes Hus sein wichtiges Werk „Postila“ (27.10.1413) beendet und er hat auch weitere Werke verfasst, wie z.B. der Traktat „Ueber die Simonie“ und „Ueber die Kirche.“ Im Fruehling 1414 hat Hus Prag besucht, aber er kehrte bald zurueck. Jedoch nicht nach Burg Kozí, sondern nach der Stadt Sezimovo Ústí. Hier hat er bis 15.Juli 1414 gelebt, er hat die Schrift „Ueber sechs Irrtuemer“und der Traktat „Kern der christlichen Lehre“ geschrieben. Nach dem Tod von Hus in der Stadt Konstanz, wo er wurde verbrannt, ist in Sezimovo Ústí die erste hussitische Gemeinde entstanden. Hier wurde begonnen, Reformen von Hus praktisch durchzufuehren.
Es ist natuerlich Streit zwischen den Anhaenger der alten Lehre und des neuen Glaubens entstanden. In der Stadt sind Wellen der Entruestung entstanden, die von allem gegen die Katholiken gerichtet waren. Diese waren die Situation dadurch geloest, dass sie die hussitische Bevoelkerung und auch die Prediger vertrieben haben. Die vertriebene Hussiten haben in der vernachbarten Gemeinden auf geeignete Vergeltungzeit gewartet und in der Nacht zum 21.Februar 1420, als die Bevoelkerung nach den Faschingsfeiern geschlafen hat, haben sie sich die Stadt bemaechtigt.
Nach der Stadt Sezimovo Ústí ist jetzt die hussitische Bevoelkerung von allen Seiten gekommen. Die Stadt hat jedoch auf einer Ebene gestanden und von dem Gesichtspunkt des Schutzes war sie wenig sicher. Deshalb wurde der Befoelkerung angeordnet, dass sie die Stadt verlaesst und nach Hradiště (Burgstaette) umsiedelt, wo die neue Stadt Tábor gegruendet wurde. Am 20.Maerz 1420 wurde die Stadt Sezimovo Ústí verlassen und menschenleer, an allen Seiten angezuendet, das Kloster, die Kirche und auch Burgen wurden teilweise zerstoert, damit der Feind den Sitz nicht benutzen konnte. Sezimovo Ústí wurde vergessen und es wurde seit den 18. Jahrhundert in den Urkunden als Altes Tabor (Starý Tábor) erwaehnt. Erst im Jahre 1828 wurde es wieder besiedelt.
Waehrend des Aufbaues wurden viele erhaltene unikate archaeologische Funde entdeckt, wobei die Lokalitaet den Spitznahmen „Tschechisches Pompej“erhielt. Im Juni 1939 wurde von der Firma Baťa der Ausbau der Arbeiterkolonie vorgenommen, die zur Grundlage der Enstehung der neuen Stadt Sezimovo Ústí 2 wurde, die sich 1,5 km von dem ehemaligen Sezimovo Ústí befindet.
Burg Kozí wurde am 30. Maerz 1962 zum Nationalkulturdenkmal erklaert. Heute hat Sezimovo Ústí ungefaer 7500 Einwohner und ist eine moderne Stadt, die in herrliche suedboemische Land eingebettet ist.